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Maurice Ohana

Guy Wagner


Maurice Ohana - ein Mensch

Es wird mir warm ums Herz, Maurice Ohana, diesen so nobel-distanten, innerlich stolzen Menschen begrüßen zu können, der sich aufrichtig freut über die Gestaltung der Ausstellung mit Dokumenten zu seinem Leben und Schaffen, von Johny Fritz und Olivier Frank so liebevoll zusammengestellt, über die Verwirklichung seines Klavierkonzertes unter den flinken Fingern des Jean-Efflam Bavouzet mit der überzeugten Komplizität des RTL-Orchesters, das Arturo Tamayo sehr zu mögen scheint.

Ohana, dieser kluge Mensch, der Musik und Sprache so virtuos gestaltet, daß seine Aussprüche zu Zitaten werden: In Paris sagte er uns: „On ne sort pas de quarante ans de franquisme sur des ailes de papillon".

 
Ohana hat abends regelrechtes Lampenfieber und wirkt dadurch auf eine geradezu rührende Art jung, und so wie die Joumées mit ihm immer wieder zu faszinierenden Entdeckungen der Geheimnisse eines großen, langen Lebens und eines Schaffens werden, das in den nächsten Jahrzehnten sonder Zweifel zu den bedeutendsten dieses an Umwälzung so argen Jahrhunderts gezählt werden wird, so freundet sich Ohana immer stärker mit uns an und gibt mir Mut und neue Kraft, weiterzuarbeiten, weiterzudenken für dieses Theater in Esch, das seinen Rang hat und ihn behaupten wird.

Ich sage Ohana nach der beklemmend schönen Aufführung von Swan Song, daß, wenn man seinen Namen in den kommenden Jahrhunderten suchen wird, man auch auf Esch stößt, und Jos. Wampach, der Pionier, meint, die Brücke mit Saint Euloge de Cordoue sei geschlagen, 25 Jahre später.

© Guy Wagner, Kulturelles Tagebuch, Phare, nouvelle série, n°1, 15.4.1989

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