Friedrich
Dürrenmatt
Ein Nachruf
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Friedrich
Dürrenmatt's Tod war, wie er sich ihn gewünscht
hatte: schnell.
Seit langem war "Fritz", wie seine Frau Charlotte
Kerr sagte, sehr krank, aber vielleicht war es die doppelte
Lebensbedrohung:
Herzschwäche nach Infarkten und Zuckerkrankheit,
die seinen unbändigen Gestaltungs- und Lebenswillen
ins Uebermenschliche steigen liess.
Seine unzähligen faszinierenden Prosawerke, nach
dem endgültigen Abschied vom Theater mit "Achterloo
IV", sein wunderbar starker "Minotaurus",
das erste Charlotte Kerr gewidmete Werk, der "Auftrag"
mit einem einzigen Satz für jedes der 24 Kapitel,
"Justiz", die furiose Virtuosität eines
sprachgewaltigen Alleskönners, und seine ergreifenden
Meditationen über den Tod.
Seine letzten Aussagen; ein Testament dieses Vordenkers
unserer Zeit und der Zukunft unserer Kinder
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Ganz sicher hat die
Begegnung mit Charlotte Kerr, ihrer Einfühlsamkeit, ihrem
Wissen und der Kraft ihrer Persönlichkeit zu dieser Schaffensdynamik
Wesentliches beigetragen.
Wir konnten uns in Esch, im September 1987 davon überzeugen,
als Charlotte und Friedrich Dürrenmatt aus Freundschaft
zu uns gekommen waren und aus "Achterloo III" und
den gemeinsam gestalteten "Rollenspielen", dem Protokoll
einer fiktiven Inszenierung, ein gelesenes Vortragsspiel machten,
das es so noch nicht gegeben hatte.
Anderntags, beim gemeinsamen Mittagessen, wurde uns dann deutlich,
auf wie viel Dürrenmatt verzichten musste, wie viel Hilfe
ihm seine Frau dazu gab und mit welcher Ironie ein angeschlagener
Riese sich innerlich gegen die dauernde Selbstdisziplin zur
Wehr setzte.
Dürrenmatt lebte die Widersprüche des menschlichen
Daseins nicht weniger eindringlich als er sie zu gestalten wusste,
und das trägt zu seiner Grösse die Wahrheit bei.
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© Guy Wagner, Kulturelles Tagebuch, Phare, nouvelle série,
9.1.1991
Articles de presse...
Saison 87-88...
Signatures du couple... Dédicace très personnelle
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