|
Critiques
sur mes écrits V
"Mikis Theodorakis"
"Die
Botschaft der Kunst ist die Botschaft der Freiheit. Deshalb muß
eine Kunst, die vertrauensvoll und ernsthaft ein Volk in seinem Freiheitskampf
repräsentieren will, nicht nur die Liebe dieses Volkes erwecken,
sondern auch den Haß seiner Feinde auf sich ziehen " (Mikis
Theodorakis).
Eigentlich müßte sie den Haß brechen, sie müßte
den Gegner beschämen. Aber dann würde er seine Schuld eingestehen
und müßte seine usurpierte Macht-Stellung aufgeben...
Guy Wagners dokumentarisches Buch macht auf erschütterndste Weise
die ganze Bedeutung dieses Ausspruchs verständlich. Das Buch hat
die Form eines doppelten Epos', dessen Kapitel abwechselnd dem Kämpfer
und Politiker, sowie dem Musiker Theodorakis gerecht werden."
Elly Neumann-Baumert
(Luxpost 28. Woche, 1983)
"Ob Theodorakis in dieser oder jener Situation Recht hatte oder nicht,
ist nicht entscheidend; man kann von einem Menschen nicht mehr verlangen,
als daß er, in jeder Situation, aufgrund der ihm zur Verfügung
stehenden Informationen und aufgrund zu früheren Zeitpunkten eingegangener
Verpflichtungen versucht, sich selbst treu zu bleiben und das Beste aus
der jeweiligen Situation zu machen.
Guy Wagner mag in diesem Werk manchmal subjektiv sein, ganz vermeiden
läßt sich das wohl nicht; wer sich für eine solch enorme
Arbeit entscheidet, der
hat schon eine Entscheidung für den Menschen, um den es geht, getroffen.
Doch hat sich Guy Wagner trotz dieser subjektiven Impulse um eine möglichst
große Objektivität bemüht, der die Direktheit der Sprache,
der Verzicht auf
eine sophistikiertere literarische Verarbeitung zugute kommt. Auch die
Einblendung von Gesprächen mit Theodorakis zur Abrundung und Analyse
der einzelnen Kapitel stellt eine weitere Bemühung um Objektivität
dar.
Wertvoll für Theodorakis-Anhänger ist natürlich auch der
sehr gut bestückte Anhang, mit Auszügen aus der theoretischen
Arbeit von Theodorakis, einer Bibliographie, einer Filmographie und einer
Discographie."
Josiane Kartheiser
(tageblatt)
" Die Theodorakis-Biographie, die Wagner kurz vor der Sommer-Pause
herausgegeben hat, erzählt die Geschichte des Helden einer griechischen
Tragödie. Man kann die Musik von Theodorakis nur verstehen, wenn
man die Geschichte des griechischen Volkes kennt, das nach einem heldenhaften
Kampf gegen den italienischen und deutschen Faschismus um seine Befreiung
betrogen wurde und dessen Lebenswillen ein zweites Mal durch die Folterknechte
einer proamerikanischen Militärjunta gebrochen wurde. In der schwermütigen,
hoffnungsfrohen Musik von Theodorakis mischen sich die Erinnerungen an
das am eigenen Leib erlittene Unrecht und an die ermordeten Freunde mit
der Gefühlswelt der griechischen Volksmusik. Guy Wagner hat als Zentralmotiv
das Verhältnis von Kultur und Revolution herausgearbeitet. Eine Kunst,
die nicht in der Volksseele verwurzelt ist, wird akademisch und leblos.
Eine Politik, die nicht die Kultur der Menschen verändert, ist nicht
revolutionär.
Man wird Guy Wagners Arbeit einen Mangel an kritischer Distanz vorwerfen.
Indem er sich mit einer der großen Künstlerfiguren unseres
Jahrhunderts identifiziert, gewinnt Guy Wagner Distanz zur Luxemburger
Wirklichkeit."
Henri Wehenkel
(Zeitung. 24.09.83))
"Guy Wagners Biographie,
eines der wohl umstrittensten und zweifellos populärsten Mitmenschen
unserer Zeit, kein geringer als Jene Person, die international als das
Symbol für Freiheit und deren Erkämpfung gilt, Mikis Theodorakis,
ebenfalls ein sehr sensibler, jedoch nicht minder emotional-impulsiver
Komponist, ein Märtyrer, ein Freiheitskämpfer, ein lebendes
Monument...
Der Autor hierzulande eine nicht minder umstrittene Persönlichkeit,
sowohl hüben wie drüben in den politischen Lagern: Kunst- und
Kulturmäzen, Autor, Poet, Lehrer: Guy Wagner.
Beide Persönlichkelten Theodorakis und Wagner, fanden sich zu einer,
ihren schwer zu fassenden Charakteren entsprechenden Kollaboration zusammen.
Es entstand ein Buch, das sich - als Frucht einer zehnjährigen Arbeit
- sehen läßt und bis weit über die Landesgrenzen hinaus
einen entsprechenden Leserkreis finden wird. Es wäre fast unverfroren
dieses Werk bis ins kleinste Detail kommentieren zu wollen, es sei denn
man würde den Griechen so gut kennen oder begreifen wie es der Biograph
zweifelsohne tut.
Die überaus fündige und nicht minder engagierte Biographie ist
mehr als ein Lebensbericht. Für den Leser, der es intensiv aufnimmt
dürfte es wohl so ein ähnliches Erlebnis werden, wie es für
den Autor eines war:eine permanente Auseinandersetzung sowohl mit der
Zentralfigur des Buches als auch mit sich selbst."
Fernand Weirich
(Journal, 28.10.83)
"Guy Wagner beschreibt
die politischen Zustände und Ereignisse unvoreingenommen und durchaus
zutreffend. Er fragt auch, wie der Leser fragen mag, ob der Komponist
Theodorakis nicht ein politischer Träumer, ein Utopist sei. Nur verrät
er zu wenig und zu wenig konkret, wie die politischen Ereignisse und Erlebnisse
- ausser in programmatischen
Wendungen und Windungen - ihren musikalischen Niederschlag gefunden haben.
So ist dieses Buch nicht die Biographie eines Komponisten, sondern eher
die Darstellung eines Abschnittes neugriechischer Geschichte, dargestellt
am Schicksal eines Komponisten."
Baldur Bockhoff
(Bayrischer Rundfunk, 7.8.83)
"Subjektivität ist
bei einer Persönlichkeit wie Theodorakis geradezu eine conditio
sine qua, non. Doch wenn Guy Wagner in der Einleitung zu seiner Theodorakis-Biographie
schreibt: „Der Mensch Theodorakis hat die Distanz zu seiner
Lebenserfahrung in mir aufgehoben", gerät die Subjektivität
in die Nahe des Privaten. Wenn dann auch noch der Komponist Theodorakis
ohne jede Distanz betrachtet wird, muß man sich fragen, ob Wagners
Versuch, „eine möglichst genaue und getreue Darstellung
von Theodorakis' Leben, Schaffen und Wirken zu geben", tatsächlich
geglückt ist und ob der Verfasser die Erwartungen, die man au eine
Biographie stellt, erfüllt hat.
Daß ein Biograph sich von der Person des Biographierten faszinieren
läßt, ist
sein gutes Recht. Wenn allerdings die Faszination so weit geht, daß
der Biograph vor lauter Faszination unkritisch wird, und kritische Stimmen
anderer über Theodorakis' Werk nur zitiert, um sie der Ignoranz zu
überführen, nähert sich die Biographie einer Apotheose."
Hans J. Fröhlich
(Frankfurt Allgemeine Zeitung, 22.11.83)
"Hans Froehlich, Rezensent
in der F.A.Z. (22,11.1983, findet die Freundschaft, die Wagner unmissverständlich
dem (lebenden) Künstler und dem Menschen Theodorakis gegenüber
zum Ausdruck bringt, sehr verdächtig, da sie leider bedeute, dass
ein solcher Biograph "ein ganz und gar unkritischer" sein
müsse.
Abgesehen davon, dass man so nicht mit einem (vielleicht gelesenen, vielleicht
auch nicht gelesenen) Buch umspringen kann, sollte auch einmal prinzipiell
und positiv zurückbehalten werden, dass eine Biographie, die aus
dem Enthusiasmus für einen Zeitgenossen "en chair et en
os" geboren wird, durchwegs Aspekte ans Tageslicht fördern
kann, die eine distanzierte, wissenschaftliche, trockene Archiv-Schreibart
keineswegs zu schaffen imstande ist.
In unseren präzisen Fall haben Bewunderung und Begeisterung jedenfalls
nichts verdorben. Im Gegenteil: Alles ist belegt, manch Unbekanntes ist
zutage gefördert, viele Zusammenhänge werden erstmals begreiflich.
Dieses Buch liest sich wie ein Kriminalroman, ermöglicht eine Begegnung
(was ja eigentlich noch lange nicht von jeder Lebens- und Werkbeschreibung
gesagt werden kann). Mehr noch: Das Buch dokumentiert das exemplarische,
eigentlich schon heldenhafte Engagement eines Zeitgenossen - ob das nun
einem (trockenen) Musikologen gefällt oder nicht - , und es bietet
so viele Ansätze für weiteres Forschen, dass man ruhig behaupten
kann, hier sei jene Vorarbeit geleistet worden, die spätere Biographen
oft schmerzlich vermissen."
Cornel Meder (Galerie)
"Selbst wenn Theodorakis nicht mehr als ein „politischer Künstler"
wäre, wenn er nicht zugleich eine sehr zentrale Figur für die
politische Geschichte und eine für die geistige Entwicklung Griechenlands
in den letzten Jahrzehnten gewesen wäre, sein Leben und Schaffen
bietet Stoff genug für eine spannende und lehrreiche Biographie,
wie sie hier vorgelegt ist. Diesem Buch ist eine umfangreiche, leider
nicht immer bis ins letzte detaillierte Dokumentation beigegeben."
Boosey &
Hawkes, Dez. 1983
"So viele Lebensabschnitte, so viele Kapitel seiner Biographie und
die, umfassend, aber doch notwendig voller Lücken ist, in dem spannenden,
lebendigen Buch von Guy Wagner nachzulesen.
Da wird er sichtbar als Musiker und als revolutionärer Idealist,
Utopist für manche, auch Individualist, der berechenbar nur in seiner
unbedingten Hingabe an die Sache der griechischen Musik, der Musik überhaupt
und an die noch nicht absehbare Sache der sozialistischen Befreiung seines
Volkes ist. Sonst aber in allen taktischen, tagespolitischen Fragen immer
wieder auch für seine linken Bundesgenossen einen Kopf zu groß
in seinen Ideen und Forderungen, einig Grade zu hitzig und unbedingt in
seinen Erwartungen, einige Nuancen zu selbstbewußt in seinen Entschlüssen
und Taten für die Normaleren. Ein erratischer, ziemlich störrisch-störender
Fels in der griechischen kulturpolitischen Landschaft noch heute, trotz
der Popularität seines Werkes und seiner Person bei den Massen. Oder
vielleicht deshalb."
Erasmus Schöfer
(Deutsche Volkszeitung / Die Tat 2.8.1985)
Suite (Critiques)...
|
| |
| 
Mikis avec son père en 1928

Mikis avec Myrto en 1951

Mikis entre deux gendarmes
à Zatouna en 1968

Mikis avec Maria Farantouri en 1999
Mikis ovationné en 1999
|
|