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Anfang
März
Abschied von Christiane Schlechter.
Unter den unzähligen Regenschirmen, nasse Gesichter,
gerötete Augen. Wem wäre an diesem scheußlichen
Nachmittag nicht zum Heulen gewesen, und wer hatte nicht
schon „Ach, nein!" gestöhnt, als er
die Nachricht hörte oder las, die für einmal
tatsächlich unfaßbare Nachricht?
Sie war doch das Leben selbst gewesen! Ihre Freude,
ihre Menschlichkeit, die Wärme, die sie ausgestrahlt
hatte, waren Sinnbild für die Intensität des
Lebens, des Erlebens. Ihre Stimme, wenn sie auf der
Bühne stand, die Modulationen, das Mitschwingen,
das deutlich machte: Christiane vollzieht ihre Rolle
ganz nach, sie lebt sie durch, sie lebt sie aus.
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Ihre von innen wirkende Schönheit, die sie nie aufdringlich
zur Schau stellte, die aber dafür umso stärker war.
Ihre Kollegialität und ihr Engagement: - ein Wort, das
für einmal angebracht war. Sie konnte zuhören und
Partei ergreifen. Sie stand dort, wo Lambert steht, und er steht
weiterhin auf dem Standpunkt, von dem aus sie sich einsetzte:
für die Kinder, für den freien Menschen, frei von
überlieferten Zwängen und gesellschaftlichem Druck,
- frei, eine Meinung zu sagen und frei, sich dafür einzusetzen.
Wer wußte nicht von ihrer Krankheit, die sie verbissen
bekämpfte, von der sie nichts sagte?
Ja, wer, und wer hoffte nicht, wer war nicht innerlich überzeugt:
Christiane wird es schaffen, weil sie eine so starke, so überzeugte
Frau ist? Aber nein, und für mich wird ihr Tod zum Anti-Gottesbeweis.
Unwillkürlich fiel mir da in Junglinster auf diesem Friedhof,
vor dieser großen Trauer-Familie Montherlants "Reine
Morte" ein: „Oh! Il y a une étoile qui
s'est éteinte. Elle se rallumera ailleurs."
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