Warum Beckett auf Luxemburgisch?
Ich
habe schon seit 35 Jahren eine besondere Beziehung zu Beckett Werk
und schrieb meine These unter dem Titel „Le temps d’une porte qui
s’ouvre et se
referme“ über sein Theater.
Darüber
hinaus stand ich auch in Korrespondenz mit Beckett und hatte die
persönliche Erlaubnis, das damals vom Autor verbannte – vor
„Godot“
geschriebene Stück und erst 1995 publizierte – „Eleutheria“ in
Paris zu lesen.
Mit
welchen Schwierigkeiten waren Sie bei der Übersetzung von
„Endspiel“
konfrontiert?
1999
begann ich mit der Übersetzung von „Ohio Impromptu“ und „Rockaby“
und
habe mittlerweilen 14 von von Beckett Theaterstücken ins
Luxemburgische
übertragen. „Endspiel“ ist das vorerst letzte.
Meine
literarisch sehr versierte englische Ehefrau war dabei eine große
Hilfe, wenn es darum ging, Missverständnisse zu vermeiden. Bei der
Übertragung
ins Luxemburgische war ich mit drei Problembereichen konfrontiert.
Bei
meiner Übersetzung sah ich mir zuerst das Beckett-Original an und
dann
seine Übersetzung ins Französische oder Englische bzw. jene
von Elmar und Erika
Tophoven ins Deutsche und inspirierte mich an der Art, wie Beckett
selbst
übersetzte, wie er etwa spezifische Übertragungsprobleme
löste. Als Grundlage
für „Endspiel“ diente mir die bei Suhrkamp erschienene
dreisprachige letzte
Ausgabe.
Eine
weitere große Herausforderung war außerdem die
Übertragung des bei
Beckett wichtigen Zusammenspiels zwischen Rhythmus und gesprochenem
Wort bzw.
Handlung. Des Weiteren stellte sich das Problem geographischer bzw.
literarischer Referenzen in Becketts Texten und Übersetzungen.
Da
Luxemburgisch keine abstrakte, sondern eine ganz direkte mündliche
Sprache ist, musste ich viel auf Bilder zurück greifen.
Welche Bilanz ziehen Sie als
Übersetzer?
Um
Beckett zu übersetzen, muss man jedenfalls sein Werk grundlegend
zu
kennen und verstehen. Eine Übertragung ins Luxemburgische ist als
Bühnentext m.
E. durchaus stimmig, wovon ich mich bei den Proben von „Endspill“ unter der Regie von Charles
Müller
bereits überzeugen konnte.
Interview:
©
Jeff Baden,
in: d'Wort, 12.04.2006
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